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Leitfaden

Die Universelle Prompt-Formel — Sechs Dimensionen der AI-Video-Regie

Die meisten instabilen AI-Video-Ausgaben entstehen durch fehlende interne Logik in den Prompts. Die Universelle Prompt-Formel stellt logische Verbindungen zwischen Prompt-Elementen in sechs Dimensionen her — Subjekt, Aktion, Szenengrenzen, Kamera, Beleuchtung und Timing — damit das Modell genau weiß, was priorisiert werden soll.

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Quellenbasis und Einordnung

Diese Leitfäden sind unabhängige Zusammenfassungen aus öffentlichen Quellen, keine offizielle Produktdokumentation und kein Support.

Quellenbasis

Warum die meisten AI-Video-Prompts instabile Ausgaben erzeugen

Ohne klare Prioritätsstruktur verteilt das AI-Modell die Aufmerksamkeit gleichmäßig auf alle Elemente und versucht, alles gleichzeitig zu animieren. Das Ergebnis sind halluzinierte Bewegungen, driftende Kameras und deformierte Charaktere. Die Universelle Prompt-Formel löst dies durch den Aufbau einer Hierarchie logischer Verbindungen: ein absolutes Subjekt, eine Kernaktion, klar begrenzte Nebenelemente, präzise Kameraverfolgungslogik, stimmungsgesteuerte Beleuchtung und sekundenweise Zeitplanung.

Dimension 1 — Das absolute Subjekt bestimmen

Der wichtigste Schritt: den Mittelpunkt des Bildes festlegen. Beschreiben Sie zuerst die Aktion des Subjekts, damit die AI automatisch erkennt, wer die Hauptrolle spielt. Für eine Straßenszene mit einer Frau schreiben Sie 'Eine Frau geht nach links auf der Straße'. Die AI versteht die Frau als Priorität und verarbeitet Hintergrundpassanten mit geringerem Rechenaufwand.

Dimension 2 — Die Kernaktion verankern

Die Seele des Videos liegt in einer einzigen Kernaktion. Nach deren Festlegung müssen alle Hilfsaktionen um den Kern herum aufgebaut sein, ohne zu konkurrieren. Wenn die Kernaktion 'nach links gehen' ist, könnten Mikrobewegungen 'sanft durch die Haare streichen' oder 'gelegentlich umherschauen' sein. Regel: eine Kernaktion pro Shot, unterstützt durch 1-3 nicht-kollidierende Mikrobewegungen.

Dimension 3 — Szenengrenzen definieren (Subjekt-Objekt-Logik)

Jedes sekundäre Element im Bild braucht eine definierte Rolle: Hintergrundobjekt oder Interaktionsobjekt. Hintergrundobjekte abschwächen — 'statische Gebäude', 'langsam bewegende entfernte Passanten'. Interaktionsobjekte mit dem Subjekt koordinieren — 'der Blumenverkäufer blickt zum Subjekt auf, mit minimaler Bewegung'. Diese Logik verhindert, dass die AI Hintergrundpersonen gleichberechtigt behandelt.

Dimension 4 — Kamerabewegung planen

Statt vager Anweisungen eine Verfolgungslogik zwischen Kamera und Subjekt mit präzisen Begriffen etablieren. Follow Shot: 'Kamera bewegt sich mit gleicher Geschwindigkeit wie das Subjekt nach links, feste Brennweite, Subjekt stets in Bildmitte.' Push-in: 'Kamera bewegt sich von Ganzkörpereinstellung zur Gesichts-Nahaufnahme, Subjekt behält Gehbewegung bei.' Die Kamera existiert, um dem Subjekt zu dienen.

Dimension 5 — Beleuchtung und Farbe setzen

Licht und Farbe sollten die emotionale Logik der Szene hervorrufen und das Subjekt hervorheben. Für eine einsame Frau bei Nacht: 'Warmes gelbes Straßenlicht trifft das Subjekt von hinten links, erzeugt lange Schatten; niedrige Farbsättigung mit kühlen Blautönen für die Gesamtszene.' Wenn die Beleuchtung einen klaren Kontrast zwischen Subjekt und Umgebung schafft, konzentriert das Modell die Renderqualität auf das beleuchtete Subjekt.

Dimension 6 — Zeit und Rhythmus steuern

AI-Video-Instabilität entsteht oft durch fehlende Timing-Anweisungen. Für ein 10-Sekunden-Video: 1-3s — Subjekt betritt von rechts und geht nach links; 4-6s — Subjekt erreicht die Mitte und streicht durch die Haare; 7-10s — Subjekt geht weiter zum linken Rand, Kamera folgt. Diese sekundenweise Planung teilt dem Modell mit, was in jedem Moment zu rendern ist.

Vollständiges Beispiel — Die nächtliche Straßenwanderin

Alle sechs Dimensionen in einem Prompt vereint: Absolutes Subjekt — Eine Frau geht nach links, gleichmäßiges Tempo. Hilfsaktionen — streicht sanft durch die Haare, blickt gelegentlich um sich. Szenengrenzen — Gebäude statisch, entfernte Passanten langsam, Blumenverkäufer blickt beim Vorbeigehen auf. Kamera — Follow Shot, gleiche Geschwindigkeit, feste Brennweite, Subjekt zentriert. Beleuchtung — warmes gelbes Straßenlicht von hinten links, niedrige Sättigung in Blautönen. Timing — 1-3s: Eintritt von rechts; 4-6s: Mitte erreicht, Haare streichen; 7-10s: weiter nach links, Kamera folgt.

Warum das vollständige Beispiel funktioniert

Vier Mechanismen machen diesen Prompt wirksam. Erstens Störvermeidung: Durch die Frau als absolutes Subjekt zu deklarieren, teilt die KI die Aufmerksamkeit nicht gleichmäßig unter Hintergrundpassanten auf. Zweitens Verformungsvermeidung: 'Nach links gehen' ist die Kernaktion und 'durch die Haare streichen' ist die Hilfsaktion — das Modell weiß, welche Bewegung Vorrang hat und verhindert Gliedmaßenverzerrungen. Drittens Kamerastabilität: Die präzise Follow-Shot-Anweisung mit gleicher Geschwindigkeit und zentriert halten ersetzt vage Formulierungen, die zur Kameradrift führen. Viertens Eliminierung von Zufälligkeit: Sekundenweise Zeitplanung macht Sie zum KI-Regisseur und entfernt widersprüchliche Improvisationen des Modells.

Fortgeschritten — Gruppenszenen

In Gruppenszenen verteilt die AI Aufmerksamkeit gleichmäßig, was zu identischen Bewegungen führt. Lösung: 'starkes Subjekt, schwacher Hintergrund, klare Hierarchie'. Absolutes Subjekt aus der Gruppe wählen, parallele Aktionen für andere Gruppen zuweisen, Follow Shot auf Subjekt sperren, sekundenweise Timing für verschiedene Charaktere zu verschiedenen Zeitpunkten.

Fortgeschritten — Kameradrift verhindern

Zwei präzise Anweisungsmuster: Follow Shot (gleiche Geschwindigkeit, feste Brennweite, zentriert) und Push-in (Start- und Endframing explizit, Subjekt behält Aktion bei). Beide definieren die Beziehung der Kamera zum Subjekt statt die Kamera isoliert zu beschreiben.

Fortgeschritten — Zeitgesteuerte Charakterinteraktionen

Sekundenweise Zustandsplanung mit Interaktionsobjekt-Logik kombinieren. Interaktion in einem bestimmten Zeitfenster definieren: 1-3s Subjekt nähert sich; 4-6s Interaktionspunkt — Subjekt stoppt, Objekt reagiert; 7-10s Subjekt setzt fort. Hintergrundobjekte während des Interaktionsfensters statisch halten.

Fortgeschritten — Nahaufnahme-Anpassung

Jede Dimension nach innen skalieren: Subjekt wird Körperteil, Kernaktion wird Mikroexpression, Szenengrenzen erfordern extreme Abschwächung (Bokeh, einfarbig, statisch), Kamera nutzt statische Nahaufnahme oder sehr langsamen Push-in, Beleuchtung beschreibt Lichtfall auf spezifische Gesichtszüge, Timing steuert den Ausdruck sekundenweise.

Beispiele & Quellen

Nächtliche Straßenwanderin — Vollständiger 6-Dimensionen-Prompt

Ein vollständiger Prompt, der alle sechs Dimensionen auf eine stimmungsvolle Stadtszene anwendet.

Subjekt: Eine Frau geht nach links auf einer Stadtstraße, gleichmäßiges Tempo.
Hilfsaktionen: Streicht sanft durch die Haare, blickt gelegentlich umher.
Szene: Gebäude statisch. Entfernte Passanten bewegen sich langsam. Blumenverkäufer blickt beim Vorbeigehen auf.
Kamera: Follow Shot — gleiche Geschwindigkeit nach links, feste Brennweite, Subjekt zentriert.
Beleuchtung: Warmes gelbes Straßenlicht von hinten links, lange Schatten. Niedrige Sättigung in kühlen Blautönen.
Timing:
  1-3s: Subjekt betritt von rechts.
  4-6s: Mitte erreicht, Haare streichen.
  7-10s: Weiter nach links, Kamera folgt bis Ende.

Belebte Straße — Gruppen-Hierarchie-Prompt

Zeigt, wie man mehrere Charaktere durch klare Subjekthierarchie und differenzierte Aktionen handhabt.

Subjekt: Frau im roten Kleid (absolutes Subjekt) geht nach links durch eine belebte Straße.
Parallele Aktionen: Andere Passanten stöbern am Straßenstand nach Blumen.
Szene: Entfernte Menge bewegt sich langsam. Blumenverkäufer blickt auf — minimale Bewegung.
Kamera: Follow Shot auf Subjekt gesperrt, gleiche Geschwindigkeit, zentriert.
Beleuchtung: Subjekt von hinten seitlich beleuchtet, Hintergrund abgedunkelt.
Timing:
  1-3s: Subjekt betritt, Menge fließt.
  4-6s: Mikroaktion, Verkäufer reagiert.
  7-10s: Subjekt verlässt links, Hintergrund stabil.

Nahaufnahme-Ausdrucksbogen — Mikrobewegung-Prompt

Passt die Formel für extreme Nahaufnahmen an und ersetzt Körperbewegungen durch Mikro-Gesichtsausdrücke.

Subjekt: Nahaufnahme des Gesichts einer Frau.
Mikroausdruck: Langsames Blinzeln, Mundwinkel heben sich leicht.
Hilfsdetails: Leichte Augenrötung, feines Wimpernzittern.
Szene: Hintergrund vollständig unscharf (Bokeh), einfarbig warm, völlig statisch.
Kamera: Statische Nahaufnahme, feste Brennweite. Leichter Push-in am Ende.
Beleuchtung: Weiches Seitenlicht auf der linken Gesichtshälfte, rechte Hälfte im Schatten.
Timing:
  1-3s: Ruhiger Ausdruck, Blick nach unten.
  4-6s: Langsam den Kopf heben, Blick trifft Kamera.
  7-10s: Leichtestes Lächeln, Kamera leichter Push-in.

Häufige Fragen

Wie verhindere ich identische Aktionen aller Charaktere in Gruppenszenen?

Ein absolutes Subjekt mit spezifischer Aktion deklarieren, anderen Gruppen unterschiedliche parallele Aktionen zuweisen. Statt 'eine Menge geht' schreiben Sie 'eine Frau im roten Kleid geht nach links (Subjekt); andere Passanten stöbern im Blumenladen'.

Was ist der Unterschied zu Shot Design?

Shot Design ist ein 5-Schritt-Produktionsprozess für Cinema-Grade Output. Die Universelle Prompt-Formel ist das konzeptuelle Framework des Prompts selbst. Sie sind komplementär: die Formel liefert die strukturelle Logik, Shot Design die Produktionsdisziplin.

Wie stoppe ich Kameradrift?

Vage Beschreibungen durch präzise Verfolgungslogik ersetzen. Follow Shot: gleiche Geschwindigkeit, feste Brennweite, zentriert. Push-in: Start- und Endframing spezifizieren. Jede Kameraanweisung muss das Subjekt referenzieren.

Kann ich sekundenweise Timing für Videos über 10 Sekunden verwenden?

Ja. Bei über 15 Sekunden mit Multi-Segment-Storyboarding kombinieren. Gesamtdauer in maximal 15-Sekunden-Segmente aufteilen und für jedes die 6-Dimensionen-Formel unabhängig anwenden.

Funktioniert die Formel für Nahaufnahmen?

Ja. Jede Dimension nach innen skalieren: Subjekt → Körperteil, Kernaktion → Mikroausdruck, Szenengrenzen → extreme Abschwächung, Kamera → statische Nahaufnahme, Beleuchtung → spezifische Gesichtszüge, Timing → sekundenweiser Ausdrucksbogen.

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